Ablehnung isolierter PKH für Verfassungsbeschwerde mangels Erforderlichkeit und Erfolgsaussicht
- Gericht
- BVerfG
- Spruchkörper
- 1. Senat 3. Kammer
- Aktenzeichen
- 1 BvR 1530/19
- Datum
- 12.12.2019
- Rechtsgebiet
- Verfahrensrecht
- ECLI
- ECLI:DE:BVerfG:2019:rk20191212.1bvr153019
Abstrakte Rechtssätze
Prozesskostenhilfe im Verfahren der Verfassungsbeschwerde kann auch isoliert für eine noch zu erhebende Verfassungsbeschwerde bewilligt werden.
Prozesskostenhilfe ist nur zu bewilligen, wenn sie unbedingt erforderlich erscheint; erforderlich ist sie, wenn der Betroffene ohne anwaltliche Hilfe seine Rechte nicht angemessen wahrnehmen kann.
Die Gewährung von Prozesskostenhilfe setzt ferner voraus, dass die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig ist.
Fehlen die Voraussetzungen der Erforderlichkeit oder der hinreichenden Erfolgsaussichten, ist Prozesskostenhilfe zu versagen.
Vorinstanzen
vorgehend OLG Stuttgart, 2. Mai 2019, Az: 7 W 14/19, Beschluss
vorgehend OLG Stuttgart, 2. Mai 2019, Az: 7 W 14/19, Verfügung
vorgehend OLG Stuttgart, 15. April 2019, Az: 7 W 14/19, Verfügung
vorgehend OLG Stuttgart, 12. März 2019, Az: 7 W 14/19, Beschluss
vorgehend LG Stuttgart, 8. März 2019, Az: 10 O 10/19, Beschluss
vorgehend LG Stuttgart, 5. Februar 2019, Az: 10 O 10/19, Beschluss
Tenor
Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung eines Rechtsanwalts wird abgelehnt.
Gründe
Die Bewilligung von Prozesskostenhilfe ist im Verfahren über eine Verfassungsbeschwerde entsprechend §§ 114 ff. der Zivilprozessordnung (ZPO) zwar zulässig und auch die isolierte Bewilligung von Prozesskostenhilfe für eine noch zu erhebende Verfassungsbeschwerde ist nicht ausgeschlossen. Prozesskostenhilfe ist allerdings nur zu bewilligen, wenn dies unbedingt erforderlich erscheint (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 8. März 2017 - 1 BvR 2680/16 -, Rn. 3 m.w.N.). Das ist der Fall, wenn Betroffene gehindert sind, ihre Rechte selbst und ohne anwaltliche Hilfe angemessen wahrzunehmen, sie die Kosten der Prozessführung nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen nicht aufbringen können und die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint (vgl. BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 2. Dezember 2016 - 1 BvR 2014/16 -, Rn. 2 m.w.N.).
So liegt es hier jedoch nicht. Es ist nicht erkennbar, dass der Antragsteller gehindert wäre, seine Rechte selbst und ohne anwaltliche Hilfe angemessen wahrzunehmen. Überdies bietet die beabsichtigte Verfassungsbeschwerde keine hinreichende Aussicht auf Erfolg, weil schon eine mögliche Verletzung von Grundrechten oder grundrechtsgleichen Rechten des Antragstellers nicht ersichtlich ist.
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.