Einstellung des Asylverfahrens; VG-Urteil für wirkungslos erklärt
- Gericht
- Oberverwaltungsgericht NRW
- Spruchkörper
- 11. Senat
- Aktenzeichen
- 11 A 752/15.A
- Datum
- 29.07.2016
- Rechtsgebiet
- Öffentliches Recht
- ECLI
- ECLI:DE:OVGNRW:2016:0729.11A752.15A.00
Abstrakte Rechtssätze
Ein Verwaltungsprozess kann nach § 125 Abs.1 VwGO (in entsprechender Anwendung von § 92 Abs.3 VwGO) eingestellt werden, wenn die Fortführung entbehrlich ist.
Ein Urteil kann nach § 173 Satz 1 VwGO i.V.m. § 269 Abs.3 ZPO für wirkungslos erklärt werden, wenn es infolge eines prozessualen Mangels ohne rechtliche Wirkung ist.
Die Kostenentscheidung kann nach § 161 Abs.2 Satz1 VwGO dem billigen Ermessen unterliegen und auch bei Nicht-Erhebung von Gerichtskosten zwischen den Parteien geteilt werden.
Die prozessuale Klärung, ob ein Asylbewerber sich auf systemische Mängel des Asylverfahrens und der Aufnahmebedingungen in einem Drittstaat berufen kann (Art.3 Abs.2 Unterabs.2 Dublin‑III‑VO), ist entscheidungserheblich für die Verfahrensfortführung.
Beschlüsse nach § 80 AsylG sind unanfechtbar, sodass eine sofortige Rechtsbehelfsmöglichkeit regelmäßig entfällt.
Vorinstanzen
Verwaltungsgericht Köln, 14 K 7242/14.A
Tenor
Das Verfahren wird eingestellt (§§ 125 Abs. 1 Satz1, 92 Abs. 3 Satz 1 VwGO in entsprechender Anwendung).
Das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln vom 24. Februar 2015 ist wirkungslos (§ 173 Satz 1 VwGO i. V. m. § 269 Abs. 3 Satz 1 ZPO).
Die Kosten des Verfahrens beider Instanzen, für das Gerichtskosten nicht erhoben werden, tragen der Kläger und die Beklagte je zur Hälfte. Dies entspricht billigem Ermessen, weil die Frage, ob sich der Kläger zu Recht auf systemische Mängel des Asylverfahrens und der Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Rumänien berufen hat (Art. 3 Abs. 2 Unterabs. 2 der DublinIII-VO), offen ist (§§ 161 Abs. 2 Satz 1 VwGO, 83b AsylG).
Dieser Beschluss ist unanfechtbar (§ 80 AsylG).