Aussetzung des Zivilverfahrens nach § 148 ZPO wegen verwaltungsrechtlicher Vorfrage
- Gericht
- Oberlandesgericht Düsseldorf
- Spruchkörper
- 18. Senat für Zivilsachen
- Aktenzeichen
- I-18 U 217/07
- Datum
- 25.06.2008
- Rechtsgebiet
- Verfahrensrecht
- ECLI
- ECLI:DE:OLGD:2008:0625.I18U217.07.00
Abstrakte Rechtssätze
§ 148 ZPO verpflichtet das Zivilgericht zur Aussetzung des Verfahrens, wenn ein anhängiges verwaltungsgerichtliches Verfahren eine für den zivilrechtlichen Streit vorweg entscheidende Frage klärt und dessen Entscheidung für die Zivilgerichte bindende Wirkung hat.
Eine Verwaltungsrechtsstreitigkeit ist im Sinne des § 148 ZPO vorgreiflich, wenn ihre rechtskräftige Entscheidung die subsumtionserhebliche Rechtslage für den zivilrechtlichen Streit abschließend bestimmt.
Die Aussetzung des Zivilverfahrens erstreckt sich bis zur Erledigung des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens; eine Fortführung des Zivilverfahrens vor Abschluss der Vorfrage ist unzulässig, solange die Bindungswirkung fortbesteht.
Eine Aussetzung nach § 148 ZPO ist entbehrlich, wenn die Entscheidung des Verwaltungsgerichts voraussichtlich keine bindende Wirkung für die zu entscheidende zivilrechtliche Frage entfaltet.
Rubrum
Streitgegenstand des oben angeführten Verwaltungsrechtsstreits ist die Rechtmäßigkeit beziehungsweise Rechtswidrigkeit der Ordnungsverfügung der Beklagten vom 18. April 2006. Mit einer rechtskräftigen Entscheidung in diesem Rechtsstreit ist zugleich auch mit Bindungswirkung für die Zivilgerichte die Frage entschieden, ob diese Ordnungsverfügung rechtswidrig oder rechtmäßig gewesen ist, so dass dieser Verwaltungsrechtsstreit für den hier zur Entscheidung anstehenden Rechtsstreit vorgreiflich im Sinne des § 148 ZPO ist.
Tenor
wird die Verhandlung gemäß § 148 ZPO bis zur Erledigung des rechtskräftigen verwal-tungsrechtlichen Rechtsstreits 3 K 162/07 VG Düsseldorf ausgesetzt.