Sofortige Beschwerde: Keine Streitwertaddition bei Zwischenfeststellungs- und Stufenklage
- Gericht
- Landgericht Düsseldorf
- Spruchkörper
- 7. Zivilkammer
- Aktenzeichen
- 7 O 132/13
- Datum
- 21.03.2014
- Rechtsgebiet
- Verfahrensrecht
- ECLI
- ECLI:DE:LGD:2014:0321.7O132.13.00
Abstrakte Rechtssätze
§ 39 GKG ist teleologisch zu reduzieren; eine Streitwertaddition nach § 39 GKG findet nicht statt, wenn bei mehreren Anträgen Teil- oder wirtschaftliche Identität besteht.
§ 5 ZPO ist entsprechend einzuschränken: Bei gleichem wirtschaftlichen Interesse der Anträge ist eine Zusammenrechnung der Streitwerte zu unterlassen.
Eine Zwischenfeststellungsklage, die ein präjudizielles Rechtsverhältnis betrifft, dessen Prüfung in der Leistungsklage ohnehin erforderlich ist, hat keine selbständige Bedeutung für die Streitwertfestsetzung.
Bei der Streitwertfestsetzung ist auf die wirtschaftliche Identität der Klageinteressen abzustellen; bloße Stufenfunktionen rechtfertigen keine gesonderte Addition der Streitwerte.
Rubrum
Tenor
wird der sofortigen Beschwerde vom 21.02.2014 abgeholfen und der Streitwert auf 3 Millionen festgesetzt.
Gründe
Eine Streitwertaddition der Zwischenfeststellungsklage und der Stufenklage gemäß § 39 GKG findet nicht statt. § 39 GKG ist -ebenso wie § 5 ZPO- teleologisch zu reduzieren, wenn (Teil-) Identität bzw. wirtschaftliche Identität bei mehreren Anträgen besteht. Für einen solchen Fall wird der Streitwert der Klageanträge nicht zusammengerechnet. Im Streitfall bezieht sich der Feststellungsantrag auf ein präjudizielles Rechtsverhältnis, deren Bestehen bzw. Nichtbestehen im Rahmen der Leistungsklage ohnehin geprüft werden musste. Bei dem Feststellungsantrag handelt es sich um eine Zwischenfeststellungsklage, der neben dem Hauptantrag keine selbständige Bedeutung zukommt. Die Zwischenfeststellungsklage verfolgt dasselbe Interesse, wie die Stufenklage, und dient dieser als Voraussetzung.
| N | ||
| als Einzelrichterin |