Eilrechtsschutz gegen Widerruf der Waffenbesitzkarte wegen Überlassung an Nichtberechtigten
- Rechtsgebiet
- Öffentliches Recht
Abstrakte Rechtssätze
Im Verfahren nach § 80 Abs. 5 VwGO richtet sich die Entscheidung über die (Wieder‑)Herstellung der aufschiebenden Wirkung vorrangig nach den Erfolgsaussichten in der Hauptsache; fehlen ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Verwaltungsakts, überwiegt regelmäßig das Vollzugsinteresse.
Eine waffenrechtliche Erlaubnis ist nach § 45 Abs. 2 Satz 1 WaffG zu widerrufen, wenn nachträglich Tatsachen eintreten, die bei Erteilung zur Versagung hätten führen müssen, insbesondere der Wegfall der Zuverlässigkeit nach § 4 Abs. 1 Nr. 2 WaffG.
Die Überlassung einer Schusswaffe an eine zum Erwerb nicht berechtigte Person kann bereits bei einmaligem Verstoß eine waffenrechtliche Unzuverlässigkeit nach § 5 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. c WaffG begründen; im Waffenrecht ist aufgrund des präventiven Schutzzwecks kein Restrisiko hinzunehmen.
Ein gröblicher Verstoß gegen waffenrechtliche Pflichten i.S.v. § 5 Abs. 2 Nr. 5 WaffG liegt vor, wenn die Rechtsverletzung gemessen am Sicherheitszweck objektiv schwer wiegt und dem Betroffenen subjektiv als grobe Pflichtverletzung zuzurechnen ist; die straf- oder bußgeldrechtliche Einordnung ist nicht entscheidend.
Bei gesetzlich angeordnetem Sofortvollzug nach § 45 Abs. 5 WaffG bedarf es besonderer, vom Betroffenen darzulegender Umstände, um ausnahmsweise dem Aussetzungsinteresse Vorrang vor dem öffentlichen Vollzugsinteresse einzuräumen.
Zitiert (5)
- BVerwG · 6 C 30/13 · 22.10.2014Waffenrechtlicher Widerruf: Schusswaffengebrauch nach Alkoholkonsum begründet Unzuverlässigkeit
- Oberverwaltungsgericht NRW · 20 A 524/05 · 31.08.2006Widerruf von Waffenbesitzkarten wegen gröblichen Verstoßes gegen Eintragungspflichten
- Oberverwaltungsgericht NRW · 20 A 419/11 · 15.05.2013Widerruf waffenrechtlicher Erlaubnisse wegen unsorgfältiger Aufbewahrung (geladene Waffe/Munition)
- Oberverwaltungsgericht NRW · 20 B 45/10 · 23.06.2010Widerruf waffenrechtlicher Erlaubnisse: Unzuverlässigkeit nach § 5 Abs. 2 Nr. 5 WaffG und Streitwertdeckelung
- Verwaltungsgericht Münster · 1 K 1155/14 · 09.11.2015Versagung eines Jagdscheins wegen waffenrechtlicher Unzuverlässigkeit