Eilrechtsschutz gegen Untersagung Tiertransport/Tierhandel und Widerruf § 11 TierSchG abgelehnt
- Rechtsgebiet
- Öffentliches Recht
Abstrakte Rechtssätze
Im Verfahren nach § 80 Abs. 5 VwGO überwiegt das öffentliche Vollzugsinteresse, wenn der angegriffene Verwaltungsakt bei summarischer Prüfung offensichtlich rechtmäßig ist.
Tierschutzrechtliche Verstöße von Beschäftigten können der Betriebsinhaberin im Rahmen der Beurteilung von Sachkunde und Zuverlässigkeit zugerechnet werden, soweit sie auf eine Verletzung von Aufsichts- und Organisationspflichten im Betrieb hindeuten.
Die fehlende Ermittlung eines konkret verantwortlichen Mitarbeiters schließt die Berücksichtigung eines Verstoßes nicht aus, wenn feststeht, dass der Verstoß aus dem Verantwortungsbereich des Betriebs herrührt und von Betriebsangehörigen begangen wurde.
Die Einstellung eines Strafverfahrens nach § 45 Abs. 2 JGG steht der verwaltungsrechtlichen Verwertung des zugrunde liegenden Sachverhalts grundsätzlich nicht entgegen, sofern die Einstellung nicht auf fehlender Nachweisbarkeit beruht.
In der Interessenabwägung zur sofortigen Vollziehung tierschutzrechtlicher Maßnahmen kann das öffentliche Interesse am Schutz der Tiere (Art. 20a GG) die beruflichen und vermögensrechtlichen Interessen an der Fortführung des Betriebs (Art. 12, 14 GG) überwiegen, wenn weitere erhebliche Verstöße zu erwarten sind.