AsylbLG: Keine Kostenerstattung für stationäre HNO-Behandlung ohne rechtzeitige Kenntnis
- Rechtsgebiet
- Sozialrecht
Abstrakte Rechtssätze
Leistungen nach § 4 Abs. 1 AsylbLG setzen grundsätzlich voraus, dass der Leistungsträger vor der Bedarfsdeckung Kenntnis vom Bedarf erlangt; nachträglich können für bereits gedeckte Bedarfe regelmäßig keine Leistungen beansprucht werden.
Der sozialhilferechtliche Grundsatz des § 5 Abs. 1 BSHG, wonach Sozialhilfe nicht für vergangene Zeiträume gewährt wird, ist mangels abweichender Regelung im Asylbewerberleistungsrecht entsprechend anwendbar.
Der Bedarf bei stationärer Krankenhilfe richtet sich auf die Behandlung selbst; eine nachträgliche Übernahme der Krankenhausrechnung stellt regelmäßig eine unzulässige Schuldenübernahme für einen bereits gedeckten Bedarf dar.
§ 4 Abs. 1 Satz 1 AsylbLG erfasst die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände, nicht jedoch die Behandlung chronischer Erkrankungen als solche.
Bei notfallmäßiger Hilfegewährung durch Dritte richtet sich ein etwaiger Erstattungsanspruch grundsätzlich auf den Nothelfer (z.B. das Krankenhaus) und nicht auf den Hilfeempfänger.