Amtshaftung wegen rechtswidrigen Widerrufs der Methadon-Substitutionsgenehmigung
- Rechtsgebiet
- Verfahrensrecht
Abstrakte Rechtssätze
Die rechtskräftige Aufhebung eines Verwaltungsakts durch die Sozialgerichtsbarkeit entfaltet im Amtshaftungsprozess Bindungswirkung hinsichtlich der Rechtswidrigkeit des Verwaltungsakts.
Ein Amtshaftungsanspruch aus § 839 BGB i.V.m. Art. 34 GG setzt ein schuldhaftes Verhalten voraus; ein Rechtsirrtum ist nur dann vorwerfbar, wenn die Rechts- und Sachlage nicht sorgfältig geprüft und eine vertretbare Rechtsauffassung nicht auf vernünftige Erwägungen gestützt wurde.
Bei Ermessensentscheidungen verletzt der Hoheitsträger Amtspflichten, wenn er den entscheidungserheblichen Sachverhalt nicht vollständig und zutreffend ermittelt und dadurch von einer unrichtigen Tatsachengrundlage ausgeht.
Ein Ermessensgebrauch ist ermessensfehlerhaft, wenn die Maßnahme bei zutreffender Tatsachengrundlage grob unverhältnismäßig ist, insbesondere wenn sie auf einen einmaligen und zum Entscheidungszeitpunkt nicht mehr andauernden Pflichtverstoß gestützt wird.
Ein Grundurteil nach § 304 ZPO ist zulässig, wenn der Anspruch dem Grunde nach feststeht, die Anspruchshöhe jedoch weiterer Aufklärung bedarf.