Nachbarklage gegen Baugenehmigung für 24/7-Warendistributionszentrum erfolglos
- Rechtsgebiet
- Öffentliches Recht
Abstrakte Rechtssätze
Eine Baugenehmigung genügt dem Bestimmtheitsgebot, wenn Inhalt, Reichweite und Umfang der zulässigen Nutzung unter Heranziehung der mit Zugehörigkeitsvermerk versehenen Bauvorlagen eindeutig erkennbar sind; außerhalb der Genehmigung liegende Umstände sind regelmäßig unbeachtlich.
Im Nachbarstreit kann die Unbestimmtheit einer Baugenehmigung nur insoweit zur Aufhebung führen, als gerade solche Parameter unklar bleiben, deren Festlegung für die Prüfung nachbarschützender Anforderungen (insbesondere des Immissionsschutzes) erforderlich ist.
In einer Gemengelage im Sinne von Nr. 6.7 TA Lärm können die für Wohngebiete geltenden Immissionsrichtwerte auf einen einzelfallbezogen geeigneten Zwischenwert angehoben werden; ein unmittelbares Aneinandergrenzen der Gebiete ist hierfür nicht erforderlich.
Zur Wahrung nachbarlicher Rechte genügt es nicht, allein Immissionsrichtwerte als Zielwerte festzulegen, wenn eine Überschreitung wahrscheinlich ist; die Genehmigung muss dann durch verbindliche betriebliche, organisatorische und bauliche Lärmminderungsmaßnahmen konkretisiert werden.
Die Einwendungen eines Nachbarn gegen eine schalltechnische Prognose begründen nur bei substantiierten, konkreten Anhaltspunkten Anlass zur weiteren Überprüfung; pauschales Bestreiten reicht regelmäßig nicht aus.