Berufungszulassung abgelehnt: § 35 Abs. 4 Nr. 5 BauGB setzt Identität des Wohngebäudes voraus
- Rechtsgebiet
- Öffentliches Recht
Abstrakte Rechtssätze
Ernstliche Zweifel i.S.d. § 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO sind nur dargelegt, wenn die Zulassungsbegründung sich mit den tragenden Annahmen des angefochtenen Urteils auseinandersetzt und sie mit schlüssigen Gegenargumenten in Frage stellt.
Ein Doppelhaus ist bauplanungsrechtlich im Rahmen des § 35 Abs. 4 Satz 1 Nr. 5 BauGB grundsätzlich als ein einheitliches „Wohngebäude“ zu behandeln; bauordnungsrechtliche Einordnungen sind hierfür nicht maßgeblich.
§ 35 Abs. 4 Satz 1 Nr. 5 BauGB begünstigt allein die Erweiterung eines vorhandenen Gebäudes, nicht jedoch die Neuerrichtung; die bauliche Inanspruchnahme des Außenbereichs ist auf das erforderliche Maß zu beschränken (§ 35 Abs. 5 BauGB).
Eine Erweiterung nach § 35 Abs. 4 Satz 1 Nr. 5 BauGB setzt voraus, dass das vorhandene Wohngebäude seine Identität wahrt und als „Hauptsache“ bestehen bleibt; führen die Maßnahmen zu einer qualitativen Veränderung, die einem Neubau gleichkommt, liegt keine begünstigte Erweiterung vor.
Grundsätzliche Bedeutung (§ 124 Abs. 2 Nr. 3 VwGO) erfordert die Formulierung einer entscheidungserheblichen, klärungsbedürftigen Rechtsfrage und substantiierte Darlegung ihrer über den Einzelfall hinausgehenden Relevanz; Divergenz (§ 124 Abs. 2 Nr. 4 VwGO) setzt die Gegenüberstellung widersprechender abstrakter Rechtssätze voraus.