HV-Entlastung Vorstand: Auskunftsverweigerung zu Sondergutachten macht Beschluss nichtig
- Rechtsgebiet
- Zivilrecht
Abstrakte Rechtssätze
Ein Konzernabschluss ist nicht nach § 256 AktG für nichtig erklärbar, weil er nicht festgestellt wird und keine rechtsgeschäftliche Grundlage in diesem Sinne hat; eine Analogie zu § 256 AktG scheidet aus.
Eine Feststellungsklage, die lediglich auf die Feststellung der „Unrichtigkeit“ eines Konzernabschlusses als Tatsache zielt, ist mangels Feststellungsinteresse (und ggf. Bestimmtheit) unzulässig, wenn der Abschluss keine Rechtswirkungen für den Kläger entfaltet.
Die Feststellung der Nichtigkeit eines Jahresabschlusses kann rechtsmissbräuchlich sein, wenn eine Neuaufstellung weder rechtlich noch tatsächlich zu Änderungen oder relevanten neuen Erkenntnissen führen würde und damit kein rechtlich zu billigendes Interesse besteht.
Der Jahresabschluss eines Folgejahres ist nicht allein deshalb nichtig, weil der Vorjahresabschluss nichtig sein könnte; Nichtigkeit kommt nur in Betracht, wenn der Folgeabschluss Fehler des Vorgängers wiederholt.
Verweigert der Vorstand bei der Beschlussfassung über die Entlastung unter Berufung auf § 131 Abs. 3 AktG Auskünfte, muss er konkrete, plausibel schädliche Umstände darlegen; andernfalls ist der Entlastungsbeschluss bei Relevanz der Information anfechtbar und kann für nichtig erklärt werden.