Nichtereöffnung § 204 StPO: Beurteilungsspielraum; Beschwerdefrist und Kostenentscheidung
- Rechtsgebiet
- Verfahrensrecht
Abstrakte Rechtssätze
Bei der Prognoseentscheidung über den hinreichenden Tatverdacht (§§ 203, 204 StPO) steht dem Tatgericht ein erheblicher Beurteilungsspielraum zu, auch wenn es die Eröffnung des Hauptverfahrens ablehnt.
Die sofortige Beschwerde ist unzulässig, wenn innerhalb der Wochenfrist des § 311 Abs. 2 StPO nicht hinreichend deutlich erkennbar ist, gegen welche Entscheidung bzw. gegen welche Betroffenen sich das Rechtsmittel richtet.
Ein hinreichender Tatverdacht fehlt, wenn nach Aktenlage eine Verurteilung nicht wahrscheinlicher ist als ein Freispruch und die maßgeblichen tatsächlichen Grundlagen der Tat- und Schadensannahmen spekulativ bleiben.
Eine Schätzung hinterzogener Steuern setzt tragfähige, nachvollziehbare Schätzgrundlagen voraus; bloße Annahmen zu Herkunft und Umfang steuerrelevanter Mengen genügen nicht, wobei der Grundsatz in dubio pro reo in die Gesamtwürdigung einzustellen ist.
§ 464 Abs. 3 Satz 1 Halbs. 2 StPO schließt die Anfechtung der Kostenentscheidung nicht aus, wenn gegen die Hauptentscheidung zwar ein Rechtsmittel statthaft ist, dieses dem Beschwerdeführer jedoch mangels Beschwer nicht zusteht.