GKV/PV-Beiträge aus Direktversicherung: Einbezug von Überschüssen; Abzug nur für AN-Prämien
- Rechtsgebiet
- Sozialrecht
Abstrakte Rechtssätze
Einmalige Kapitalleistungen aus einer als Direktversicherung im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung abgeschlossenen Lebensversicherung sind als Versorgungsbezüge nach § 229 Abs. 1 S. 1 Nr. 5 SGB V beitragspflichtig, soweit sie auf Prämien beruhen, die für Zeiträume eingezahlt wurden, in denen der Arbeitgeber Versicherungsnehmer war.
Für einmalige Kapitalleistungen aus Versorgungsbezügen gilt nach § 229 Abs. 1 S. 3 SGB V 1/120 der Leistung als monatlicher Zahlbetrag für längstens 120 Monate; eine abweichende Bemessungsgrundlage ist gesetzlich nicht vorgesehen.
Der beitragspflichtige Zahlbetrag aus einer Direktversicherung umfasst bei Zuordnung zur Arbeitgeber-Versicherungsnehmereigenschaft den gesamten Auszahlungsbetrag einschließlich Zinsgewinnen, Überschussbeteiligungen und Beteiligungen an Bewertungsreserven.
Mehrere beitragspflichtige Versorgungsbezüge sind für die Prüfung und Bemessung nach § 226 Abs. 2 SGB V „insgesamt“ zusammenzurechnen; dies gilt auch bei mehreren Kapitalleistungen aus unterschiedlichen Verträgen.
Die Fortführung eines sozialgerichtlichen Verfahrens trotz eindeutiger höchstrichterlicher Klärung der entscheidungserheblichen Rechtsfragen kann als missbräuchliche Rechtsverfolgung Missbrauchskosten nach § 192 SGG rechtfertigen.
Zitiert (4)
- BVerfG · 1 BvR 1660/08 · 28.09.2010KVdR-Beitragspflicht für Kapitalleistung nach Übernahme einer Direktversicherung durch Arbeitnehmer
- BVerfG · 1 BvR 739/08 · 06.09.2010KVdR-Beitragspflicht auf Direktversicherung auch bei späterer Arbeitnehmerfinanzierung
- BSG · B 12 KR 16/10 R · 30.03.2011GKV-Beitragspflicht bei Direktversicherung: Aufteilung nach Versicherungsnehmereigenschaft
- Landessozialgericht NRW · L 5 KR 77/07 · 14.02.2008KVdR: Beitragspflicht aus Kapitalleistungen zweier Direktlebensversicherungen