Erstattung von Notfall-Krankenhauskosten nach AsylbLG: Zuständigkeit bei gewöhnlichem Aufenthalt
- Rechtsgebiet
- Sozialrecht
Abstrakte Rechtssätze
§ 25 SGB XII ist auf Aufwendungsersatzansprüche bei Eilfällen im Anwendungsbereich des AsylbLG analog anwendbar, weil insoweit eine planwidrige Regelungslücke bei vergleichbarer Interessenlage besteht.
Bei stationärer Krankenhausbehandlung von Leistungsberechtigten nach dem AsylbLG richtet sich die örtliche Zuständigkeit nach § 10a Abs. 2 AsylbLG nach dem gewöhnlichen Aufenthalt im Zeitpunkt der Aufnahme und geht der allgemeinen Zuständigkeitsregelung des § 10a Abs. 1 AsylbLG vor.
Eine ausländerrechtliche Zuweisungsentscheidung gilt nicht als gewöhnlicher Aufenthalt i.S.d. § 10a Abs. 3 Satz 4 AsylbLG, wenn die Zuweisung durch eine zwischenzeitliche Ausreise gegenstandslos geworden ist; sie lebt durch spätere Duldung nicht wieder auf.
Der Aufwendungsersatzanspruch des Nothelfers für eine einheitliche stationäre Krankenhausbehandlung entfällt nicht bereits mit Kenntniserlangung des zuständigen Leistungsträgers vom Hilfefall, solange die Behandlung als einheitlicher Lebenssachverhalt andauert.
Prozesszinsen gegen einen nach § 75 Abs. 5 SGG verurteilbaren Beigeladenen entstehen frühestens ab dem Zeitpunkt, zu dem durch unecht notwendige Beiladung eine Verurteilung überhaupt in Betracht kommt.