Rechtsweg zu Sozialgerichten bei Jobcenter-Hausverbot bejaht
- Rechtsgebiet
- Sozialrecht
Abstrakte Rechtssätze
Der Sozialrechtsweg ist eröffnet, wenn zwischen der Behörde und dem Adressaten ein Rechtsverhältnis nach dem SGB II besteht und das Hausverbot im Rahmen oder aus Anlass eines Verwaltungsverfahrens ergangen ist.
Die Frage der Zulässigkeit und Statthaftigkeit eines Widerspruchs richtet sich nach dem Verwaltungsprozessrecht und ist imjenigen Rechtsweg zu prüfen, in dem auch die materielle Rechtmäßigkeit des Verwaltungsakts entschieden wird.
Das Rechtsmittelgericht ist an die Rechtswegentscheidung der Vorinstanz gebunden, es sei denn, die Vorinstanz hat gegen § 17a Abs. 3 Satz 2 GVG verstoßen.
Die höchstrichterliche Rechtsprechung des Bundessozialgerichts zur Rechtswegzuständigkeit bei Hausverboten ist für die Entscheidung über die Zuständigkeit der Sozialgerichte maßgeblich.
Zitiert (8)
- BSG · B 13 R 63/10 B · 20.10.2010§ 153 Abs 4 SGG: Erneute Anhörung bei geänderter Rechtsauffassung des LSG erforderlich
- BAG · 10 AZB 98/14 · 03.12.2014BAG: Amtsniederlegung des Geschäftsführers eröffnet Rechtsweg zu den Arbeitsgerichten
- Finanzgericht Münster · 14 K 3004/10 · 30.08.2010Verweis an Verwaltungsgericht wegen unzulässigen Finanzrechtswegs bei Hausverbot
- Oberverwaltungsgericht NRW · 16 E 174/11 · 13.05.2011Rechtsweg für Jobcenter-Hausverbot: Verwaltungsrechtsweg bejaht (OVG NRW 16 E 174/11)
- BSG · B 14 SF 1/14 R · 21.07.2014Hausverbot des Jobcenters: Sozialrechtsweg bei SGB-II-Rechtsverhältnis eröffnet
- BSG · B 11 SF 1/10 R · 03.08.2011Maßnahmeträgerklage gegen Zertifizierungsstelle: Rechtsweg zu den Sozialgerichten
- Landessozialgericht NRW · L 19 AS 2157/13 B · 04.03.2014Rechtsweg bei Hausverbot des Jobcenters: Verwaltungsgerichtsbarkeit zuständig
- Landessozialgericht NRW · L 2 AS 1437/17 B · 08.09.2017Rechtswegbeschwerde: Zuständigkeit der Sozialgerichte bei Hausverboten in SGB II-Angelegenheiten