§ 25 SGB XII: DRG-Fallpauschale als unteilbarer Nothelfer-Aufwendungsersatz
- Rechtsgebiet
- Sozialrecht
Abstrakte Rechtssätze
Ein Eilfall i.S.d. § 25 SGB XII liegt nur vor, wenn neben einer medizinischen Notlage eine rechtzeitige Hilfe des Sozialhilfeträgers objektiv nicht erlangt werden kann.
Der Anspruch nach § 25 SGB XII besteht nur für Aufwendungen, die bei rechtzeitigem Einsetzen von Sozialhilfe nicht zu erbringen gewesen wären; nach Kenntnis des Sozialhilfeträgers tritt grundsätzlich der originäre Leistungsanspruch des Hilfebedürftigen an die Stelle des Nothelferanspruchs.
Bei Krankenhausbehandlung richtet sich der „gebotene Umfang“ des Aufwendungsersatzes nach § 25 SGB XII systematisch an den Vergütungsregelungen des SGB V; bei DRG-Abrechnung ist die Fallpauschale grundsätzlich als unteilbarer, mit der Aufnahme entstehender Vergütungsanspruch zu behandeln.
Eine Aufteilung einer DRG-Fallpauschale pro rata temporis zur Abgrenzung des Nothelferanspruchs nach § 25 SGB XII ist grundsätzlich ausgeschlossen; erst später entstehende, gesondert abrechenbare Zuschläge können hingegen ausgenommen sein.
Unionsbürger sind von der Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V ausgeschlossen, wenn die Wohnortnahme in Deutschland das Bestehen eines Krankenversicherungsschutzes nach § 4 FreizügG/EU voraussetzt (§ 5 Abs. 11 S. 2 SGB V).
Zitiert (5)
- BSG · B 7 AY 2/12 R · 30.10.2013AsylbLG: Kein Aufwendungsersatz für Krankenhaus ohne § 25 SGB XII-Analogie; Abtretung nur festgestellter Ansprüche
- Sozialgericht Aachen · S 20 SO 73/07 · 11.11.2008Nothelferanspruch des Krankenhauses bei DRG-Fallpauschale trotz Kostenträgerwechsel
- Oberverwaltungsgericht NRW · 16 A 3477/00 · 29.11.2001§ 121 BSHG: Kein Eilfall bei vorhersehbarer Rückverlegung nach Spezialbehandlung
- Landessozialgericht NRW · L 20 SO 63/07 · 25.02.2008Nothelfer-Erstattung nach § 25 SGB XII: vorsorgliche Anmeldung wahrt Frist nicht unbegrenzt
- Landessozialgericht NRW · L 9 SO 8/06 · 13.09.2007Keine Erstattung privat gezahlter Heimpflegekosten mangels Kenntnis und Eilfall (§ 121 BSHG)