SGB II: Keine Mobilitätshilfen bei Aufnahme eines Beamtenverhältnisses auf Widerruf
- Rechtsgebiet
- Sozialrecht
Abstrakte Rechtssätze
Mobilitätshilfen nach § 16 Abs. 1 SGB II i.V.m. § 53 Abs. 1 SGB III a.F. setzen die Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung voraus.
Die Aufnahme eines Beamtenverhältnisses auf Widerruf ist keine versicherungspflichtige Beschäftigung, da Beamte nach § 27 Abs. 1 Nr. 1 SGB III versicherungsfrei sind.
Eine verfassungskonforme Auslegung darf nicht contra legem erfolgen; bei eindeutigem Wortlaut kann das Tatbestandsmerkmal der Versicherungspflicht nicht richterlich „weginterpretiert“ werden.
Die Begrenzung von Mobilitätshilfen auf die Aufnahme versicherungspflichtiger Beschäftigung verstößt im Bereich gewährender Staatstätigkeit nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG, wenn hierfür ein sachlicher Grund (u.a. Anknüpfung an das Versicherungsprinzip und Systemtrennung zur beamtenrechtlichen Absicherung) besteht.
Eine mündliche Leistungszusage begründet mangels Schriftform keine Zusicherung nach § 34 SGB X; ein sozialrechtlicher Herstellungsanspruch scheidet aus, wenn die Leistung auch bei rechtmäßiger Beratung nicht hätte bewilligt werden können.
Zitiert (7)
- BVerfG · 1 BvL 14/09 · 12.10.2010§ 116 Abs. 6 SGB X: Häusliche Gemeinschaft auch bei regelmäßigem Umgang des getrennt lebenden Elternteils
- BVerfG · 1 BvL 1/09 · 14.04.2010Gegenstandswertfestsetzung in konkretem Normenkontrollverfahren auf 8.000 Euro
- BVerfG · 1 BvR 2760/08 · 21.12.2010BVerfG: Nichtzulassung der Revision zur Geräteabgabe (Drucker/Plotter) verletzt Art. 14 GG
- BVerfG · 1 BvR 2742/08 · 21.12.2010BVerfG: Nichtzulassung der Revision zur Geräteabgabe (§ 54a UrhG a.F.) verletzt Art. 14 GG
- BVerfG · 1 BvR 611/07 · 10.11.2011Gegenstandswertfestsetzung in Verfassungsbeschwerde wegen Erbschaftsteuer für Lebenspartner
- BSG · B 11 AL 25/10 R · 12.05.2011SGB III § 45 a.F.: Reisekosten zu Vorstellungsgesprächen auch bei Beamtenausbildung
- BVerfG · 2 BvL 12/09 · 16.11.2010BVerfG: Richtervorlage zu § 306b Abs. 2 Nr. 2 StGB mangels Entscheidungserheblichkeit unzulässig