Kostenerstattung für Elternassistenz: Eingliederungshilfe nach SGB XII, nicht Jugendhilfe
- Rechtsgebiet
- Sozialrecht
Abstrakte Rechtssätze
Die Zuständigkeitsfiktion des § 14 Abs. 1 und 2 SGB IX begründet im Außenverhältnis eine verbindliche Leistungspflicht des zweitangegangenen Rehabilitationsträgers, ohne dessen endgültige Kostentragung im Innenverhältnis festzulegen.
Ein Erstattungsanspruch nach § 14 Abs. 4 Satz 1 SGB IX setzt voraus, dass nach Leistungsbewilligung durch den nach § 14 SGB IX zuständig gewordenen Träger ein anderer Rehabilitationsträger nach dem materiellen Leistungsgesetz für die Leistung zuständig ist.
Leistungen der „Elternassistenz“ zur Unterstützung eines körperlich behinderten Elternteils bei der Betreuung und Versorgung des eigenen Kindes können Leistungen der Eingliederungshilfe nach § 53 SGB XII i.V.m. Teilhabeleistungen nach § 55 SGB IX sein, wenn sie ein behinderungsbedingtes Teilhabedefizit des Elternteils ausgleichen.
§ 20 SGB VIII erfasst typischerweise nur vorübergehende Ausfälle eines betreuenden Elternteils; ein dauerhafter, von Geburt bzw. Lebenszeit an bestehender behinderungsbedingter Unterstützungsbedarf begründet regelmäßig keine „Notsituation“ im Sinne dieser Vorschrift.
Die Rechtskraft einer verwaltungsgerichtlichen Entscheidung zur Leistungspflicht im Außenverhältnis entzieht im anschließenden Erstattungsstreit der Rehabilitationsträger die materielle Anspruchsberechtigung des Leistungsberechtigten der erneuten Prüfung, soweit der erstattungsinanspruchgenommene Träger am Vorprozess beteiligt war.