Gesamt-GdB: Keine Schwerbehinderung (GdB 50) vor Juni 2011 bei 30/20/20
- Rechtsgebiet
- Sozialrecht
Abstrakte Rechtssätze
Die Erhöhung eines bestandskräftig festgestellten GdB setzt nach § 48 Abs. 1 SGB X eine wesentliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse voraus, die für den begehrten Zeitraum nachzuweisen ist.
Die Bildung des Gesamt-GdB erfolgt nach den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen in einer Gesamtschau der wechselseitigen Beziehungen der Funktionsbeeinträchtigungen; feste Rechenregeln oder mathematische Formeln sind unzulässig.
Aus Einzel-GdB-Werten von 30 und zweimal 20 kann im Einzelfall ein Gesamt-GdB von 50 resultieren, dies ist jedoch nicht zwingend und hängt von Überschneidungen, Verstärkungen und dem verbleibenden Teilhabevermögen ab.
Schmerzangaben sind bei der Bewertung nach den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen regelmäßig mitumfasst; eine Höherbewertung erfordert darüber hinausgehende, objektivierbare mittelgradige funktionelle Auswirkungen im betroffenen Funktionssystem.
Beweisanträge, die eine Rechtsfrage statt einer beweisbaren Tatsachenbehauptung zum Gegenstand haben, sind unzulässig; Anträge auf Sachverständigenanhörung können zudem wegen Verspätung zurückgewiesen werden.
Zitiert (6)
- BSG · B 9 SB 35/10 B · 09.12.2010Beschwerde gegen Nichtzulassung der Revision wegen GdB-Herabsetzung als unzulässig verworfen
- BSG · B 9 SB 4/10 R · 02.12.2010Gesamt-GdB nach Tumorentfernung: Organschäden während Heilungsbewährung gesondert bewerten
- BSG · B 13 R 33/11 R · 19.10.2011Witwenrente trotz kurzer Ehe: Versorgungsehe-Vermutung widerlegt; Standesbeamtenvernehmung entbehrlich
- Landessozialgericht NRW · L 6 SB 110/08 · 31.03.2009GdB 50 ab Schlafapnoe (Maskenpflicht) trotz zuvor nur GdB 40
- Landessozialgericht NRW · L 7 SB 152/04 · 28.06.2007Berufung: GdB-Anhebung auf 50 wegen zusätzlicher Colitis ulcerosa ab Jan. 2005
- Landessozialgericht NRW · L 7 SB 158/02 · 14.04.2005Berufung: Feststellung GdB 50 wegen Verschlechterung der Hepatitis C ab April 2003