Revision unzulässig: Wiedereinsetzung und fehlende Unterschrift des Pflichtverteidigers
- Rechtsgebiet
- Strafrecht
Abstrakte Rechtssätze
Wiedereinsetzung nach §§ 44, 45 StPO ist binnen einer Woche nach Wegfall des Hindernisses zu stellen und muss Angaben zum Zeitpunkt des Wegfalls enthalten; maßgeblich ist die Kenntnisnahme durch den Antragsteller.
Eine Revision ist unzulässig, wenn die Revisionsbegründung nicht innerhalb der in § 345 StPO geregelten Frist fristgerecht eingereicht wird.
Die Revisionsbegründung nach § 345 Abs. 2 StPO muss vom Pflichtverteidiger unterzeichnet sein; die Unterzeichnung durch einen bevollmächtigten Kollegen (z. B. aus der Bürogemeinschaft), der zugleich Pflichtverteidiger eines Mitangeklagten ist, ersetzt dies nicht.
Auch wenn ein Verschulden des Verteidigers geltend gemacht wird, entbindet dies den Antragsteller nicht von der Verpflichtung, im Wiedereinsetzungsantrag den Zeitpunkt der Kenntnisnahme der Fristversäumnis darzulegen.
Zitiert (4)
- BGH · 3 StR 269/10 · 05.08.2010Wiedereinsetzung in Revisionsbegründungsfrist wegen fehlender Glaubhaftmachung verworfen
- BGH · 1 StR 737/90 · 26.02.1991Revision und Wiedereinsetzung wegen Fristversäumnis verworfen
- BGH · 2 StR 114/92 · 03.04.1992Verworfen: Wiedereinsetzung und Revision wegen versäumter Revisionsbegründung
- BGH · 2 StR 434/89 · 27.09.1989Revision verworfen: Revisionsbegründungsschrift nicht vom Pflichtverteidiger unterschrieben