Zulassung der Revision zur Klärung von Prüfpflichten nach § 4 Abs. 3 WaffG
- Gericht
- BVerwG
- Spruchkörper
- 6. Senat
- Aktenzeichen
- 6 B 20/11, 6 B 20/11 (6 C 24/11)
- Datum
- 25.08.2011
- Rechtsgebiet
- Öffentliches Recht
Abstrakte Rechtssätze
Die Revision ist nach § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO zuzulassen, wenn die Entscheidung grundsätzliche Bedeutung hat oder zur Klärung bislang in der Rechtsprechung nicht ausreichend gehaltener Fragen beitragen kann.
Es ist eine offene Rechtsfrage, ob eine Überprüfung nach § 4 Abs. 3 WaffG erforderlich ist, wenn die Überprüfung ohne personenbezogenen Anlass erfolgte und seit der letzten Regelüberprüfung nur etwa zwei Jahre verstrichen sind.
Die Vorfrage, ob die vorherige Erteilung oder Verlängerung eines Jahresjagdscheins, der eine Zuverlässigkeitsprüfung nach § 17 Abs. 1 Satz 2 BJagdG voraussetzt, eine zusätzliche Überprüfung nach § 4 Abs. 3 WaffG entbehrlich macht, ist rechtlich klärungsbedürftig.
Offene Auslegungsfragen des Waffenrechts in Wechselwirkung mit jagdrechtlichen Zuverlässigkeitsprüfungen können die Zulassung der Revision rechtfertigen, wenn sie bisher nicht abschließend beantwortet sind.
Vorinstanzen
vorgehend OVG Lüneburg, 19. April 2011, Az: 11 LC 260/10, Urteil
Gründe
Die Revision ist gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO wegen grundsätzlicher Bedeutung des Rechtsstreits zuzulassen. Das angestrebte Revisionsverfahren kann zur Beantwortung der bisher in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts nicht ausreichend geklärten Fragen beitragen, ob eine Überprüfung nach § 4 Abs. 3 WaffG erforderlich ist, wenn sie zum einen ohne personenbezogenen Anlass erfolgte und seit der letzten Regelüberprüfung erst etwa zwei Jahre verstrichen sind sowie zum anderen, wenn dem Überprüften zuvor ein Jahresjagdschein erteilt bzw. verlängert worden ist, welcher ebenfalls eine - hier nicht durchgeführte - Prüfung der Zuverlässigkeit voraussetzt (§ 17 Abs. 1 Satz 2 BJagdG).