Revisionszulassung: Auslegung von Art.35 Abs.1 S.2 VO (EG) Nr.2342/1999 bei Ausfuhr von Rindern
- Gericht
- BVerwG
- Spruchkörper
- 3. Senat
- Aktenzeichen
- 3 B 92/10, 3 B 92/10 (3 C 19/11)
- Datum
- 14.04.2011
- Rechtsgebiet
- Öffentliches Recht
Abstrakte Rechtssätze
Die Zulassung der Revision nach § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO setzt voraus, dass der Sache grundsätzliche Bedeutung zukommt.
Bei der Auslegung unionsrechtlicher Durchführungsbestimmungen der Gemeinsamen Marktorganisation ist der maßgebliche Zeitpunkt der Antragsstellung für Beihilfeanträge im Fall der Ausfuhr zu bestimmen.
Ein vor dem Verlassen des Zollgebiets gestellter Beihilfeantrag kann je nach Auslegung der einschlägigen Vorschrift als unzulässig oder unbegründet anzusehen sein; hiervon hängt die Frage der Feststellung der Prämienfähigkeit der Tiere ab.
Die Frage, ob ein geringfügig vorverlegter Antrag (z. B. um einen Tag) bereits materielle Rechtsfolgen hinsichtlich der Prämienfähigkeit auslöst, ist als revisionsrechtlich klärungsbedürftig anzusehen.
Vorinstanzen
vorgehend OVG Lüneburg, 1. September 2010, Az: 10 LB 54/08, Urteil
Gründe
Die Beschwerde hat Erfolg. Der Rechtssache kommt die vom Kläger behauptete grundsätzliche Bedeutung zu (§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO). Im Revisionsverfahren wird voraussichtlich die Frage zu klären sein, ob die Bestimmung in Art. 35 Abs. 1 Satz 2 der Verordnung (EG) Nr. 2342/1999 der Kommission vom 28. Oktober 1999 (ABl Nr. L 281 S. 30), derzufolge Beihilfeanträge "Tiere" im Falle der Ausfuhr nach dem Tag zu stellen sind, an dem die Tiere das Zollgebiet der Gemeinschaft verlassen, dahin auszulegen ist, dass ein - hier um einen Tag - vor diesem Zeitpunkt gestellter Antrag unzulässig oder unbegründet ist und ob dieser Umstand dazu führt, dass die betreffenden Tiere nicht als prämienfähig "festgestellt" anzusehen sind.