Treffer
BVerfG Kammerbeschluss ohne Begründung

Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde zum Restitutionsausschluss 1945–1949

Gericht
BVerfG
Spruchkörper
2. Senat 2. Kammer
Aktenzeichen
2 BvR 1511/11
Datum
19.11.2013
Rechtsgebiet
Öffentliches Recht
Quelle
Das BVerfG hat eine Verfassungsbeschwerde, die die Reichweite des Restitutionsausschlusses für Maßnahmen der Boden- und Industriereform sowie für Reparationsmaßnahmen 1945–1949 betraf, durch Kammerbeschluss ohne Begründung nicht angenommen. Damit hat das Gericht die materiellen Fragen nicht in der Sache entschieden. Ein weitergehender Rechtsschutz blieb offen; der EGMR hat später (9.6.2016, 44164/14) entschieden.

Abstrakte Rechtssätze

1

Ein Nichtannahmebeschluss des Bundesverfassungsgerichts ohne Begründung lässt die zugrundeliegenden materiellen Rechtsfragen unentschieden und begründet keine materiell-rechtliche Klärung.

2

Die Nichtannahme einer Verfassungsbeschwerde stellt keine Bestätigung der Verfassungsmäßigkeit der angegriffenen Maßnahme dar.

3

Die Reichweite eines gesetzlich geregelten Restitutionsausschlusses für Boden‑ und Industriereformen sowie Reparationsmaßnahmen aus den Jahren 1945–1949 kann durch einen Nichtannahmebeschluss nicht abschließend bestimmt werden und bedarf gegebenenfalls weiterer materiell-rechtlicher Prüfung.

4

Die Nichtannahme einer Verfassungsbeschwerde durch das BVerfG schließt nicht die Möglichkeit weiterer Rechtsbehelfe, insbesondere die Anrufung internationaler Gerichte (z. B. EGMR), aus.

Relevante Normen

Vorinstanzen

vorgehend OLG Dresden, 8. Juni 2011, Az: 1 Reha Ws 98/09, Beschluss

vorgehend OLG Dresden, 26. November 2010, Az: 1 Reha Ws 98/09, Beschluss

vorgehend LG Dresden, 24. August 2009, Az: BSRH 22/06, Beschluss

nachgehend Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, 9. Juni 2016, Az: 44164/14, Urteil