Treffer
BGH Beschluss

Berücksichtigung persönlicher und wirtschaftlicher Verhältnisse des Täters bei Schmerzensgeld - Senat widerspricht

Gericht
BGH
Spruchkörper
5. Strafsenat
Aktenzeichen
5 ARs 94/14
Datum
25.11.2015
Rechtsgebiet
Zivilrecht
Quelle
Der Senat beantwortet eine Anfrage des 2. Strafsenats zur Frage, ob bei der Zumessung von Schmerzensgeld die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters zu berücksichtigen sind. Er stimmt der Rechtsauffassung des anfragenden Senats nicht zu. Zur Begründung verweist er auf frühere Entscheidungen des Großen Senats und des VI. Zivilsenats (GSZ 1/55, GSZ 1/14).

Abstrakte Rechtssätze

1

Ein Senate des Bundesgerichtshofs kann einer Anfrage eines anderen Senats ausdrücklich widersprechen und damit eine abweichende Rechtsauffassung vertreten.

2

Zur Begründung rechtsrichtlicher Abweichungen kann sich ein Senat auf Entscheidungen des Großen Senats und frühere Senate berufen.

3

Die Frage der Berücksichtigung persönlicher und wirtschaftlicher Verhältnisse des Täters bei der Zumessung von Schmerzensgeld ist rechtlich streitig und bedarf der Orientierung an einschlägigen Leitentscheidungen.

4

Die Verweisung auf etablierte Entscheidungen ersetzt die Darlegung eigener ausführlicher Entscheidungsgründe, wenn dadurch die erforderliche rechtliche Einordnung erfolgt.

Relevante Normen
§ 406 Abs 1 StPO§ 253 Abs 2 BGB

Vorinstanzen

vorgehend BGH, 8. Oktober 2014, Az: 2 StR 137/14, Beschluss

nachgehend BGH, 14. April 2016, Az: 2 StR 137/14, Vorlagebeschluss

nachgehend BGH, 16. September 2016, Az: VGS 1/16, Beschluss

nachgehend BGH, 11. Mai 2017, Az: 2 StR 324/14, Beschluss

nachgehend BGH, 11. Mai 2017, Az: 2 StR 420/15, Beschluss

nachgehend BGH, 11. Mai 2017, Az: 2 StR 522/14, Beschluss

nachgehend BGH, 11. Mai 2017, Az: 2 StR 374/14, Beschluss

nachgehend BGH, 11. Mai 2017, Az: 2 StR 428/14, Beschluss

nachgehend BGH, 11. Mai 2017, Az: 2 StR 518/14, Beschluss

nachgehend BGH, 11. Mai 2017, Az: 2 StR 137/14, Beschluss

Tenor

Der Senat stimmt der Rechtsauffassung des anfragenden Senats nicht zu.

Gründe

1

Der Senat bezieht sich zur Begründung auf die Beschlüsse des Großen Senats für Zivilsachen des Bundesgerichtshofs vom 6. Juli 1955 - GSZ 1/55, BGHZ 18, 149, und des VI. Zivilsenats vom 28. Juli 2015 - GSZ 1/14 (siehe auch Großer Senat für Zivilsachen des Bundesgerichtshofs, Beschluss vom 12. Oktober 2015 - GSZ 1/14).

SanderKönigBellay
DölpBerger
Berücksichtigung persönlicher und wirtschaftlicher Verhältnisse des Täters bei Schmerzensgeld - Senat widerspricht — Themis